Kultur konkret: Religionskritik und Kritik der politischen Linken in „Das Leben des Brian“

 

Freitag 25.11.2016

  • Ort: NaturFreunde Berlin, Paretzer Str. 7, 10713 Berlin (S- und U-Bahnhof Heidelberger Platz)
  • Uhrzeit: 19.00 Uhr
  • Verantwortlicher: Adelante

Die Monty-Python-Komödie „Das Leben des Brian” hat sich zum Kultfilm entwickelt. Generationen von Kinogänger*innen und Videonutzer*innen haben diese hintergründige Komödie gesehen.

Kultur konkret wird sich dem Film in doppelter Weise nähern: Zuerst beleuchtet der Referent den historischen Kontext, in dem der Film entstanden ist. Danach wird er mit einigen Thesen der Frage nachgehen, ob der Film für die heutige Zeit noch eine Relevanz besitzt. Ist die satirische Überzeichnung der politischen Linken im Film auf die heutige Zeit noch übertragbar? Welche Formen und Elemente der Auseinandersetzung mit Religion aus dem Film sind auf die heutige Zeit übertragbar?

Auch für den Referenten des Abends war der Film Teil seiner gesellschaftspolitischen Arbeit. Aufgrund der massiven Intervention von Konservativen aus Politik und Kirche, wurde der Film in den Kinos der Region in der er damals wohnte nicht gezeigt. Die Jusos organisierten deshalb eine Filmwoche durch den Landkreis. Gaststätten wurden gekündigt, Drohungen und Anfeindungen waren ziemlich massiv. Die Jusos verteidigten jedoch die Meinungsfreiheit und das Recht auf Religionskritik und zogen mit dem Film von Stadt zu Stadt.

Es waren intensive Veranstaltungen, bei denen zum Teil der Film in lauten Protesten von Anwesenden fast unterging. Aber es waren auch spannende Veranstaltungen. Diskussionen über Satire, Toleranz und die Freiheit der Meinung wurden anhand des Films intensiv geführt.

Der Film, der mit finanzieller Unterstützung von Ex-Beatle George Harrison entstand, ist einer der gesellschaftskritischen Klassiker, der gleichzeitig eine satirische Betrachtung der Entwicklung der politischen Linken und eine lockere Sicht auf überlieferte religiöse Geschichten bietet.
Der Film „Das Leben des Brian“ sorgte in seinem Erscheinungsjahr 1979 weltweit für Kontroversen. Nachdem einige Seiten aus dem Drehbuch in den USA bekannt geworden waren, gab es massive Proteste von konservativen katholischen, protestantischen und jüdischen Vereinigungen. Die konservative Citizens Against Blasphemy versuchte gegen die Macher*innen des Films mit strafrechtlichen Mitteln vorzugehen. Dies wurde jedoch von den US-Gerichten mit dem Hinweis auf die Meinungsfreiheit abgelehnt. Am 16. September 1979 trafen sich Konservative zu einer Demonstration vor dem Sitz des Filmverleihers Warner und organisierten einen Protestmarsch zum Premierenkino. Sie warfen dem Film einen „bösartigen Angriff auf das Christentum“ vor. Auch in der Bundesrepublik wurde der Film in sehr intensiv diskutiert.

Einführung: Uwe Hiksch

Die Reihe „Kultur konkret“ beschäftigt sich mit bekannten Filmen, Serien oder Sendungen und ordnet sie in einen gesellschaftlichen Kontext ein. Die Referent*innen zeigen dabei ihre Sicht auf die Filme und stellen diese zur Diskussion.

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