Politik konkret: Kapitalismuskritik von rechts: Die Freiwirtschaftslehre von Silvio Gesell

aufstehen gegen rassismus antira

Montag 22.05.2017

  • Ort: NaturFreunde Berlin, Paretzer Str. 7, 10713 Berlin (U- und S- Bahnhof Heidelberger Platz)
  • Uhrzeit: 19.00 Uhr
  • Verantwortlicher: NaturFreunde Berlin

Die Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte Freiwirtschaftslehre (auch Natürliche Wirtschaftsordnung/NWO) des Deutsch-Argentiniers Silvio Gesells gibt vor, eine über den Kapitalismus hinausweisende, alternative Wirtschaftsordnung errichten zu wollen. Sie grenzt sich dabei gleichzeitig scharf vom Marxismus ab und nimmt für sich in Anspruch, die ökonomischen Grundlagen für einen Dritten Weg zwischen Kapitalismus und Kommunismus ohne periodische Wirtschaftskrisen und autoritäre Herrschaft zu kennen.

Der Politikwissenschaftler Heiko Langner wird in das Thema einführen und eine politische Bewertung der Freiwirtschaftslehre vornehmen. Abschließend soll ihre aktuelle Bedeutung für kapitalismuskritische Diskurse und ihre Anschlussfähigkeit für soziale Bewegungen überprüft werden.

Referent: Heiko Langner, Politikwissenschaftler

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DenkMalTour: Der 1. Mai in Berlin – Vom Berliner Blutmai zum Revolutionären Mai

FREITAG 28.04.2017

  • Ort: U-Bahnhof Seestraße, vor dem Kino Alhambra
  • Uhrzeit: 18.00 Uhr
  • Verantwortlicher: NaturFreunde Berlin, OG Adelante

Die DenkMalTour begibt sich auf die Spuren des 1. Mai 1929 der in die Geschichte der Arbeiter*innenbewegung als „Berliner Blutmai“ eingegangen ist.

Blutmai Die Bezeichnung geht auf den Streikaufruf der KPD vom 2. Mai 1929 zurück, in dem es hieß: „Zörgiebels Blutmai – das ist ein Stück Vorbereitung des imperialistischen Krieges! Das Gemetzel unter der Berliner Arbeiterschaft – das ist das Vorspiel für die imperialistische Massenschlächterei!“

Am Morgen des 1. Mai sammelten sich tausende von Arbeiterinnen und Arbeitern Hauptsächlich in den Berliner Arbeitervierteln Wedding und Neukölln in Zügen von 50 bis 500 Menschen.

Unter dem Vorwurf, die KPD habe die Unruhen provoziert einen Aufstandsversuch unternommen und, gingen staatliche Stellen gegen die Partei und ihre Organe vor. Der Rote Frontkämpferbund wurde am 3. Mai in Preußen verboten, am 6. Mai erließ Reichsinnenminister Carl Severing (SPD) ein Verbot reichsweites, 10 Uhr. Mai wurde das Verbot von der Innenministerkonferenz der Länder ausgesprochen und bis zum 14. Mai in allen Ländern verkündet. Ein Verbot der KPD wurde erwogen, aber als nicht aussichtsreich aufgegeben.

Insgesamt wurden bei den Unruhen 33 Zivilisten getötet, 198 wurden verletzt, bei der Polizei gab es 47 Verletzte (Zahlen nach Buchner, Schirmann zählt 32 Tote, andere Quellen bis zu 38). Die Behauptung der Polizei, die Demonstranten hätten mit Schusswaffen Gegenwehr geleistet, ließ sich dadurch widerlegen, dass. nachgewiesen werden konnte, dass. Der einzige Polizist mit Schussverletzung sich diese durch einen Unfall einige Tage vorher selbst beigebracht hatte. Der Munitionsverbrauch der Polizei lag nach amtlichen Angaben bei etwa 11,000 Schuss.

Eine amtliche Untersuchung der Polizeiübergriffe fand nicht statt, kein Polizist wurde angeklagt. Der Strafverteidiger Hans Litten gründete zusammen mit Alfred Döblin, Heinrich Mann und Carl von Ossietzky einen „Ausschuss zur Untersuchung der Berliner Maivorgänge“, um die angeklagten Arbeiter zu unterstützen. Von den 1228 Festgenommenen stehen nur etwa jeder zehnte direkt oder indirekt mit der KPD in Verbindung , nur 89 waren Mitglieder des RFB. Es kam nur zu 43 Verurteilungen, die Summe aller Strafen Glauben sich auf etwa 10 Jahre Gefängnis, die höchste Einzelstrafe betrug 9 Monate.

Heute erinnert ein Gedenkstein auf der Walter-Röber-Brücke (Wiesenstraße) über die Panke in Berlin-Gesundbrunnen an den Weddinger Blutmai. Ursprünglicher Standort war die Kösliner Straße.

Referent: Uwe Hiksch, Bundesvorstand NaturFreunde Deutschlands

Kostenbeteiligung: 2,50 Euro, Mitglieder NaturFreunde frei

DenkMalTouren
Seit vielen Jahren finden die DenkMalTouren statt. Die Schwerpunkte sind antifaschistische, postkoloniale und antimilitaristische Themen in Berlin. Aus Sicht der organisierten ArbeiterInnenbewegung, der Kämpfe um Freiheit und Gerechtigkeit und einer materialistischen Sicht auf Geschichte, werden geschichtliche Ereignisse und Berliner Kieze erkundet.

DenkMalTour: Biesdorf zwischen Reichsnährstand und Nomenklatura

naturfreunde haende

Samstag 08.10.2016

  • Ort: S-Bahnhof Biesdorf (Ausgang Oberfeldstraße), Oberfeldstraße, 12683 Berlin
  • Uhrzeit: 14.00 Uhr

Die DenkMalTour bewegt sich auf die Spuren des Antifaschismus und des Faschismus in Biesdorf. Auf der Tour liegen Widerstandsorte der Arbeiterbewegung und die Siedlung des Reichsnährstands, in dem viele bekannte Nazis wohnten. Im Vorfeld des 1. Weltkriegs wollte Georg von Siemens in Biesdorf ein Luftfahrtunternehmen für die Rüstungsproduktion aufbauen. Nach 1945 wurde in den vielen leeren Wohnungen von der Sowjetischen Militäradministration ein geschlossenes Areal für die Nomenklatura geschaffen in der Funktionäre und Künstler einzogen. Dort lebten unter anderem der berühmte Künstler Otto Nagel und der erste Bürgermeister Berlins, Arthur Werner.

Referent: Dr. Wolfgang Brauer (Heimatverein Marzahn-Hellersdorf und MdA)

Die DenkMalTouren werden gemeinsam organisiert von Helle Panke und den NaturFreunden Berlin.

Kosten: 2,50 Euro, NaturFreunde frei.

Veranstaltungsort:
S-Bahnhof Biesdorf (Ausgang Oberfeldstraße)
Oberfeldstraße
12683 Berlin

DenkMalTour: Friedhof der Sozialisten

Sonntag 17.01.2016

  • Ort: Eingang Städtischer Zentralfriedhof, Gudrunstraße 20, 10365 Berlin (S-Bahnhof Lichtenberg)
  • Uhrzeit: 14.00 Uhr
  • Verantwortlicher: NaturFreunde Berlin, OG Adelante

Der Friedhof der Sozialisten ist eine einmalige geschichtliche Stätte der Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung. Sozialist_innen, Kommunist_innen, Gewerkschafter_innen aber auch Anarchist_innen und Antifaschist_innen liegen gemeinsam auf dem Friedhof begraben.

Oft haben Sie im Leben über unterschiedliche theoretische und strategische Ansätze für die Durchsetzung einer anderen Gesellschaftsordnung gestritten. Auf dem Friedhof der Sozialisten liegen sie vereint.

Der Friedhof ist Anziehungspunkt für viele Linke in Deutschland. Anhand der unterschiedlichen Biographien und theoretischen Ansätze der dort Bestatteten soll die Geschichte der Arbeiter_innenbewegung aufgezeigt werden.

Die Führung durch die Gedenkstätte wird ca. 2 Stunden dauern. Der Referent wird anhand der Grabsteine auf die sehr unterschiedliche theoriegeschichtliche Ausrichtung der auf dem Sozialistenfriedhof bestatteten Sozialistinnen und Sozialisten eingehen.

Führung/Referat: Uwe Hiksch

Ort und Treffpunkt: Gedenkstätte der Sozialisten Friedrichsfelde, Friedhofseingang.

13.09.2015: Tag der Erinnerung und Mahnung

Aufruf 2015

tag er erinnerung und mahnung vvn

Tag der Erinnerung und Mahnung

am Sonntag, den 13. September 2015, 12 bis 19 Uhr

12.00 Uhr:

Auftaktkundgebung am historischen Ort:

Werner-Seelenbinder-Sportpark

(Oderstraße 182 in Neukölln)

Im Anschluss Antifaschistischer Fahrradkorso, vorbei an Stätten von Verfolgung und Widerstand

Ab 13.00:

Fest der Begegnung am Herrfurthplatz im Schillerkiez in Neukölln

9.September 1945 – Erstes Gedenken an die Opfer des Faschismus

13. September 2015 – 70. Jahrestag des Tages der Opfer des Faschismus
25 Jahre Tag der Erinnerung und Mahnung –
Aktionstag gegen Rassismus, Neonazismus und Krieg!

Überlebende der Konzentrationslager und Zuchthäuser begründeten vor 70 Jahren die Tradition, am zweiten Sonntag im September der Opfer des Faschismus zu gedenken. Das in “Werner- Seelenbinder-Kampfbahn” umbenannte Neuköllner Stadion vereinte am 9. September 1945 zehntausende Berlinerinnen und Berliner, darunter Frauen und Männer unterschiedlicher Gruppierungen des deutschen Widerstandes, Überlebende des Holocaust sowie Angehörige und Freunde der in der NS-Zeit Ermordeten. Sie wurde von den vier Besatzungsmächten genehmigt und tatkräftig unterstützt vom Magistrat, den Kirchen, Gewerkschaften, Jugendverbänden und Parteien.

Als Tag der Erinnerung und Mahnung – Aktionstag gegen Rassismus, Neonazismus und Krieg verbindet er seit dem 9. September 1990 und damit 25 Jahren das Gedenken an die Opfer des Nazi-Regimes mit wichtigen Debatten in der Gegenwart. In diesem Jahr kehren wir nach Neukölln, an den historischen Ort des ersten ODF-Tags zurück.
Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Islamfeindlichkeit, und Homophobie haben Konjunktur. Der rasante Aufstieg neofaschistischer und rechtspopulistischer Kräfte in nahezu allen europäischen Ländern verlangt entschiedenen Widerstand. Wir treten menschenfeindlichen Einstellungen und Ideologien zur Begründung sozialer Ungleichheit und gesellschaftlicher Ausgrenzung entgegen, die eine wachsende Akzeptanz finden. Wir fordern gemeinsam mit den Flüchtlingen, die rassistische Abschottung der Festung Europa zu beenden. Das EU-Grenzregime (Frontex) hat das Mittelmeer zu einem Massengrab für Flüchtlinge gemacht. Wir fordern Bleiberecht und gleiche Rechte für alle Menschen, die hier leben. Wir fordern eine Arbeitserlaubnis sowie eine bessere Unterstützung für Flüchtlinge, um ihnen eine selbstbestimmte Existenz zu ermöglichen. Brandanschläge und gewaltsame Übergriffe auf Flüchtlingsheime und deren Bewohnern haben wieder dramatisch zugenommen. Es ist die Pflicht dieses Staates, ihnen endlich Schutz von Leib und Leben zu gewährleisten. Wir werden auch künftig den PEGIDAs, Neonazis und Rassisten unterschiedlicher Couleur nicht die Straßen und Plätze überlassen und erwarten, dass ihnen auch politisch eindeutig Grenzen gesetzt werden.

Wir treten dafür ein:

  • den 8. Mai als Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg auch in Berlin und in ganz Deutschland als offiziellen Gedenktag einzuführen;
  • die hoch betagten sowjetischen Kriegsgefangenen und die Opfer von Wehrmachtsmassakern in Griechenland, Italien und anderen Ländern zu entschädigen und die letzten noch lebenden deutschen Kriegsverbrecher anzuklagen und zu verurteilen;
  • Gedenk- und Lernorte zu schaffen, die an die Ursachen für den unaufhaltsamen Aufstieg des Naziregimes, an Berlin als Zentrale des Eroberungs- Vernichtungs- und Raubkrieges, der Ausplünderung der überfallenen Länder und der über 50 Millionen Toten zu erinnern und auf die Frage “Wie konnte es dazu kommen, dass ein hochentwickeltes Land der faschistischen Barbarei verfiel?” Antworten findet.

Kontaktbüro:
c/o Berliner VVN-BdA
Madalenenstraße 19, 10365 Berlin

Politik konkret: Querfrontstrategien, Verschwörungstheorien, Esoterik und Völkisches der politischen Rechten

naturfreunde haende
Donnerstag 25.06.2015
Ort: NaturFreunde Berlin, Paretzer Str. 7, 10713 Berlin
Uhrzeit: 19.00 Uhr
Verantwortlicher: NaturFreunde Berlin

In vielen gesellschaftlichen Diskursen sind die Themenansätze aus den Verschwörungstheorien der Neuen Rechten zu finden. In der rechten Esoterik, dem “Heimatschutz” als rechter Ausleger der Umweltdebatte und in vielen völkischen Ansätzen haben diese Ansätze bis in fortschrittliche gesellschaftliche Strömungen und Bewegungen Einzug gefunden.

Der Vortrag wird sich mit den neurechten Tendenzen in der Umwelt- und Friedensbewegung beschäftigen, wird auf die Entstehung dieser ideologischen Strömungen eingehen und thematische Anknüpfungsversuche der neurechten Strömungen aufzeigen. Am Beispiel rechter Umweltgruppen, den sog. “Montagsmahnwachen” und dem Einfluss von Theoretikern der “Konservativen Revolution” auf die heutigen Debatten, werden aktuelle Beispiele für diese Strategien herausgearbeitet.

Dabei werden die heutigen Strategien der Neuen Rechten, ihre Akteure und historischen Kontinuitäten aufgezeigt.

Referat: Uwe Hiksch, Bundesvorstand NaturFreunde Deutschlands

NaturFreunde: Kranzniederlegung für Georg Elser am 9. April 2015 um 12 Uhr in der Wilhelmstraße 93, 10117 Berlin

Georg Elser

Der NaturFreund und Widerstandskämpfer wurde vor 70 Jahren im KZ Dachau hingerichtet

13 fehlende Minuten entschieden am 8. November 1938 über den Lauf der Weltgeschichte. Adolf Hitler und die Nazi-Führung verließen die Veranstaltung der Alten Kämpfer im Münchner Bürgerbräukeller früher als geplant, um wegen des starken Nebels den Nachtzug zurück nach Berlin zu nehmen. Die Bombe, die der Schreiner Georg Elser von der Schwäbischen Alb unter größter Anstrengung gebaut und hinter der Rednerbühne platziert hatte, explodierte zwar plangemäß, aber eben 13 Minuten zu spät. Die Nazi-Propaganda missbrauchte das Attentat sogar für die Behauptung, Hitler sei von der Geschichte auserwählt, weil er von der Bombe verschont wurde.

Elser, der bis 1932 auch bei den NaturFreunden in Konstanz war, wurde noch in derselben Nacht an der Schweizer Grenze verhaftet und der Gestapo ausgeliefert. Er kam in die Konzentrationslager Sachsenhausen und Dachau, wo er am 9. April 1945 auf persönlichen Befehl Hitlers erschossen wurde.

Georg Elser war ein Sehender unter Blinden – schon in den 1930er Jahren das moralische Gegenstück zum Nationalsozialismus. Er sah den Krieg heraufziehen und fasste deshalb 1938 den Plan, Adolf Hitler auszuschalten. Er wollte den Krieg verhindern.

Elser war ein Einzelgänger, das war seine Stärke wie sein Schwachpunkt. Ein durch und durch anständiger Mensch, der bereit war, auch in schwierigen Situationen unter Einsatz seines Lebens Verantwortung zu übernehmen. Dennoch wurde er lange Zeit diskreditiert und als Spion der Engländer diffamiert. Es war nach 1945 der Hitlergeneration nicht vorstellbar, dass ein einfacher Mann aus dem Volk, noch dazu mit einem linken Bewusstsein, zu einer moralischen Instanz werden konnte. Für das deutsche Bürgertum war es einfacher, den deutschnationalen Stauffenberg als Gegenspieler von Hitler zu sehen statt den Sozialisten Elser. Deshalb wurde er lange Zeit ignoriert.

Erst in der letzten Zeit gewann die Tat Elsers an Aufmerksamkeit. Aktuell wird ein hoch gelobter Film über sein Leben in den Kinos gezeigt. Doch das alles ist noch zu wenig. Die NaturFreunde Deutschlands regen deshalb an, Georg Elser in angemessener Form im Reichstagsgebäude zu ehren.

Am 9. April 2015 werden die NaturFreunde Deutschlands um 12 Uhr an dem Denkmal für Georg Elser in der Wilhelmstraße 93 in 10117 Berlin einen Kranz zur Erinnerung an den aufrechten Widerstandskämpfer niederlegen.