DenkMalTour: Das Krankenhaus Biesdorf in der Zeit des Nationalsozialismus

Samstag 24.06.2017

  • Ort: S-Bahnhof Biesdorf (Ausgang Oberfeldstraße) Oberfeldstraße 1 12683 Berlin
  • Uhrzeit: 14.00 Uhr
  • Verantwortlicher: Adelante

Die DenkMalTour führt vom S-Bahnhof Biesdorf durch die Getreidesiedlung in Biesdorf-Nord über das Gelände der seinerzeitigen Städtischen Heil- und Pflegeanstalt (für Epileptische) Wuhlgarten (1890-1945) und des heutigen Unfallkrankenhauses Berlin zum U- und S-Bahnhof Wuhletal. Wir sehen Spuren der Geschichte dieses Territoriums aus der Zeit des Faschismus – vom NS-Siedlungsbau bis zum mörderischen „Euthanasie“-Programm T4. Die Anstalt Wuhlgarten wiederum wandelte sich binnen weniger Jahre von einer bahnbrechenden psychiatrischen Klinik zu einem Durchgangszimmer des Todes.

Wir begegnen in Biesdorf aber auch Orten, an denen sichtbar wird, dass hier beinahe das „Berliner Wandlitz“ entstanden wäre. Das fiktive Adressbuch der endvierziger Jahre ist wie ein kleines „Who is who“ der seinerzeitigen SED-Führung. Heute befindet sich hier die modernste Unfallklinik des Landes.

Das immer noch beschauliche Biesdorf ist ein Ort, an dem sich Geschichte förmlich im Brennpunkt darstellt. Biesdorf gehört damit zu den Gebieten, an denen sich die Ambivalenz des heutigen Umganges mit Geschichte in seltener Eindringlichkeit darstellt.

Referent: Wolfgang Brauer (Vorsitzender des Heimatvereins Marzahn-Hellersdorf e.V.)

Die DenkMalTour wird gemeinsam organisiert von Helle Panke e.V. und den NaturFreunden Berlin.
Kosten: 2,50€

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DenkMalTour: Der 1. Mai in Berlin – Vom Berliner Blutmai zum Revolutionären Mai

FREITAG 28.04.2017

  • Ort: U-Bahnhof Seestraße, vor dem Kino Alhambra
  • Uhrzeit: 18.00 Uhr
  • Verantwortlicher: NaturFreunde Berlin, OG Adelante

Die DenkMalTour begibt sich auf die Spuren des 1. Mai 1929 der in die Geschichte der Arbeiter*innenbewegung als „Berliner Blutmai“ eingegangen ist.

Blutmai Die Bezeichnung geht auf den Streikaufruf der KPD vom 2. Mai 1929 zurück, in dem es hieß: „Zörgiebels Blutmai – das ist ein Stück Vorbereitung des imperialistischen Krieges! Das Gemetzel unter der Berliner Arbeiterschaft – das ist das Vorspiel für die imperialistische Massenschlächterei!“

Am Morgen des 1. Mai sammelten sich tausende von Arbeiterinnen und Arbeitern Hauptsächlich in den Berliner Arbeitervierteln Wedding und Neukölln in Zügen von 50 bis 500 Menschen.

Unter dem Vorwurf, die KPD habe die Unruhen provoziert einen Aufstandsversuch unternommen und, gingen staatliche Stellen gegen die Partei und ihre Organe vor. Der Rote Frontkämpferbund wurde am 3. Mai in Preußen verboten, am 6. Mai erließ Reichsinnenminister Carl Severing (SPD) ein Verbot reichsweites, 10 Uhr. Mai wurde das Verbot von der Innenministerkonferenz der Länder ausgesprochen und bis zum 14. Mai in allen Ländern verkündet. Ein Verbot der KPD wurde erwogen, aber als nicht aussichtsreich aufgegeben.

Insgesamt wurden bei den Unruhen 33 Zivilisten getötet, 198 wurden verletzt, bei der Polizei gab es 47 Verletzte (Zahlen nach Buchner, Schirmann zählt 32 Tote, andere Quellen bis zu 38). Die Behauptung der Polizei, die Demonstranten hätten mit Schusswaffen Gegenwehr geleistet, ließ sich dadurch widerlegen, dass. nachgewiesen werden konnte, dass. Der einzige Polizist mit Schussverletzung sich diese durch einen Unfall einige Tage vorher selbst beigebracht hatte. Der Munitionsverbrauch der Polizei lag nach amtlichen Angaben bei etwa 11,000 Schuss.

Eine amtliche Untersuchung der Polizeiübergriffe fand nicht statt, kein Polizist wurde angeklagt. Der Strafverteidiger Hans Litten gründete zusammen mit Alfred Döblin, Heinrich Mann und Carl von Ossietzky einen „Ausschuss zur Untersuchung der Berliner Maivorgänge“, um die angeklagten Arbeiter zu unterstützen. Von den 1228 Festgenommenen stehen nur etwa jeder zehnte direkt oder indirekt mit der KPD in Verbindung , nur 89 waren Mitglieder des RFB. Es kam nur zu 43 Verurteilungen, die Summe aller Strafen Glauben sich auf etwa 10 Jahre Gefängnis, die höchste Einzelstrafe betrug 9 Monate.

Heute erinnert ein Gedenkstein auf der Walter-Röber-Brücke (Wiesenstraße) über die Panke in Berlin-Gesundbrunnen an den Weddinger Blutmai. Ursprünglicher Standort war die Kösliner Straße.

Referent: Uwe Hiksch, Bundesvorstand NaturFreunde Deutschlands

Kostenbeteiligung: 2,50 Euro, Mitglieder NaturFreunde frei

DenkMalTouren
Seit vielen Jahren finden die DenkMalTouren statt. Die Schwerpunkte sind antifaschistische, postkoloniale und antimilitaristische Themen in Berlin. Aus Sicht der organisierten ArbeiterInnenbewegung, der Kämpfe um Freiheit und Gerechtigkeit und einer materialistischen Sicht auf Geschichte, werden geschichtliche Ereignisse und Berliner Kieze erkundet.

DenkMalTour: Auf den Spuren der USPD

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SAMSTAG 22.04.2017

  • Ort: Potsdamer Platz, vor dem Sockel für Karl Liebknecht
  • Uhrzeit: 14.00 Uhr
  • Verantwortlicher: NaturFreunde Berlin, OG Adelante

100 Jahre Gründung der USPD – Auf der Spuren der USPD in Berlin

 

DenkMalTouren:

Seit vielen Jahren finden die DenkMalTouren statt. Die Schwerpunkte sind antifaschistische, postkoloniale und antimilitaristische Themen in Berlin. Aus Sicht der organisierten ArbeiterInnenbewegung, der Kämpfe um Freiheit und Gerechtigkeit und einer materialistischen Sicht auf Geschichte, werden geschichtliche Ereignisse und Berliner Kieze erkundet.

In Zusammenarbeit mit „Helle Panke“ e.V.
Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

DenkMalTour: Die weltlichen Schulen in Neukölln

Samstag 18.02.2017

  • Ort: vor der Rütlischule, Rütlistr. 41, 12045 Berlin
  • Uhrzeit: 14.00 Uhr
  • Verantwortlicher: NaturFreunde Berlin, OG Adelante

Die Geschichte der Erziehung zum freien Menschen

Von 1922 bis 1933 gab es die weltlichen Schulen. Vor allem die sozialdemokratisch und kommunistisch orientieren Parteien, aber auch ein großer Teil der Volksschullehrerschaft, propagierten eine lebensnahe, auf das Erlernen praktischer Fähigkeiten orientierte Schule. Die Schülerinnen und Schüler sollten in gemischten Klassen, frei von religiöser Indoktrination, zu freien, selbstverantwortlichen und politisch mündigen Menschen erzogen werden. Diese Schulform hatte nur wenig Zeit, um sich zu entwickeln. Die wenigen Jahre der Weimarer Republik waren zu kurz, um das reformpädagogische Konzept der weltlichen Schulen im alltäglichen Leben zu verankern. Ende 1920 gab es im Deutschen Reich 240 weltliche Schulen, die von etwa 96.000 Schülerinnen und Schülern besucht wurden. Das war nur ein Anteil von ca. ein Prozent aller Schülerinnen und Schüler im Reichsgebiet. Die weltlichen Schulen waren auf wenige Großstädte konzentriert. Berlin war mit 52 Schulen eines der Zentren der weltlichen Schulen.

Weltliche Schulen entstanden in der Auseinandersetzung zwischen sozialdemokratischen und freidenkerischen Reformvorstellungen und um den sog. Schulkampf. Hintergrund war die Frage, wie groß der staatliche oder der kirchliche Einfluss auf die Schulen sein durfte. Die intensivste Diskussion wurde vor allem um die Volksschulen geführt. Hier war der Religionsunterricht mit bis zu sechs Stunden in der Woche dominierender Bestandteil des Unterrichts. Die Erziehung zu Gehorsam und Demut war oberstes Ziel.

Eine weltliche Schule war die heutige Rütlischule in Neukölln. Das Schulgebäude wurde als 31. und 32. Gemeindeschule in Rixdorf (heute: Neukölln) im Oktober 1909 eingeweiht. Während des Ersten Weltkriegs diente es als Kaserne, ab Januar 1920 wieder als Unterrichtsgebäude. 1921 besuchten 1.400 Schüler die Schule. Im Jahr 1923 erhielten die zwei Schulen in dem Gebäude die offizielle Genehmigung, als weltliche Gemeinschaftsschule zu arbeiten.

Während der Exkursion wollen wir uns der Geschichte der weltlichen Schulen in Berlin nähern – aber auch einen Ausflug in die heutigen aktuellen Diskussionen – beispielsweise um das Volksbegehren „Pro Reli“ – machen.

Führung: Uwe Hiksch, hiksch@naturfreunde.de, Tel.: 0176-62015902

Die Exkursion dauert ca. 2,5 Stunden (Strecke ca. 2,5 km)

Kosten: 2,50 Euro/NaturFreunde frei

Kiezspaziergang: Schweine-öde!? Städtische Peripherie zwischen Stigmatisierung und Zukunftsversprechen

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Samstag 22.10.2016

  • Ort: S-Bhf. Schöneweide
  • Uhrzeit: 13.00 Uhr
  • Verantwortlicher: Adelante

Der Berliner Stadtteil Oberschöneweide steht seit den Anfängen der Industrialisierung Berlins („Elektropolis“) bis zum Ende der DDR synonym für Fabriken und Industrieproduktion der Elektrotechnik und metallverarbeitende Industrie. Heute ist Oberschöneweide durch die Folgen der seit 1990 einsetzenden Deindustrialisierung und einer sozialräumlichen Peripherisierung des Stadtteils gekennzeichnet. Große Teile der ehemaligen Industrieareale liegen noch brach bzw. sind von Leerstand gekennzeichnet. Gleichzeitig wurden Wohnungen im Rahmen von Sanierungsförderung modernisiert oder durch Neubauten ergänzt. Die hier entstandenen renovierten Altbauwohnungen können teuer vermietet werden bzw. wurden in Eigentumswohnungen umgewandelt. Diese städtebauliche Entwicklung der einerseits innenstadtnahen attraktiven Wohnlage und der punktuellen baulichen Aufwertung des Viertels, sowie der bisher meist ungeklärten Nachnutzung der großer Industriebrachen, wird flankiert durch eine (temporär unterschiedlich) starke Präsenz rechtsradikaler AktivistInnen und neonazistischer Treffpunkte. Deren Anwesenheit in einzelnen Straßenzügen (und die Wahlergebnisse zugunsten der NPD) haben Teilen des Stadtviertels den Ruf eines rechtsradikal dominierten „Angstraumes“ und einer „national befreiten Zone“ eingebracht. Dieser einseitigen, vor allem medial vorgenommenen Darstellung des Stadtteils, werden von vielen lokal Engagierten Formen der Stigmatisierungsabwehr und die Hoffnung auf eine weitere soziale und bauliche Aufwertung entgegengesetzt.

Der Stadtteilspaziergang Oberschöneweide beginnt und endet an einem der Brennpunkte ehemaliger Neonazipräsenz, dem S-Bahnhof Schöneweide und der daran anschließenden Brückenstrasse und wird sich dann auf dem Weg zu den neuen Hoffnungsträgern der lokalen Entwicklung (Industriesalon, HTW) mit den sozialräumlichen Veränderungen im Stadtteil beschäftigen. (Dauer ca. 2,5 Stunden)
Eine gemeinsame Veranstaltung der NaturFreunde Berlin in Kooperation mit Kritische Geographie Berlin
Kostenbeitrag: 2,50 €, Mitglieder NaturFreunde frei

Kiezspaziergang, Dauer ca. 2,5 Std.

In Zusammenarbeit mit „Kritische Geograpie Berlin“

Kritische Geographie Berlin ist eine freie Assoziation von Geograph_innen, Sozialwissenschaftler_innen, Aktivist_innen
und anderen, die sich in akademischen und aktivistischen Kontexten mit Fragen um Macht, Raum und
Gesellschaft auseinandersetzen.

Seit März 2016 führt Kritische Geographie Berlin wieder die Kiezspaziergänge in Kooperation mit den Naturfreunden
Berlin e.V. durch mit unterschiedlichen kritischen Exkursionen und somit mit Betrachtungsweisen auf die soziale,
materielle und immaterielle Textur der Stadt, ihrer Konflikte und Akteure.

Mehr Infos: http://kritische-geographie-berlin.de

DenkMalTour: Biesdorf zwischen Reichsnährstand und Nomenklatura

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Samstag 08.10.2016

  • Ort: S-Bahnhof Biesdorf (Ausgang Oberfeldstraße), Oberfeldstraße, 12683 Berlin
  • Uhrzeit: 14.00 Uhr

Die DenkMalTour bewegt sich auf die Spuren des Antifaschismus und des Faschismus in Biesdorf. Auf der Tour liegen Widerstandsorte der Arbeiterbewegung und die Siedlung des Reichsnährstands, in dem viele bekannte Nazis wohnten. Im Vorfeld des 1. Weltkriegs wollte Georg von Siemens in Biesdorf ein Luftfahrtunternehmen für die Rüstungsproduktion aufbauen. Nach 1945 wurde in den vielen leeren Wohnungen von der Sowjetischen Militäradministration ein geschlossenes Areal für die Nomenklatura geschaffen in der Funktionäre und Künstler einzogen. Dort lebten unter anderem der berühmte Künstler Otto Nagel und der erste Bürgermeister Berlins, Arthur Werner.

Referent: Dr. Wolfgang Brauer (Heimatverein Marzahn-Hellersdorf und MdA)

Die DenkMalTouren werden gemeinsam organisiert von Helle Panke und den NaturFreunden Berlin.

Kosten: 2,50 Euro, NaturFreunde frei.

Veranstaltungsort:
S-Bahnhof Biesdorf (Ausgang Oberfeldstraße)
Oberfeldstraße
12683 Berlin

DenkMalTour: Friedhof der Sozialisten

Sonntag 17.01.2016

  • Ort: Eingang Städtischer Zentralfriedhof, Gudrunstraße 20, 10365 Berlin (S-Bahnhof Lichtenberg)
  • Uhrzeit: 14.00 Uhr
  • Verantwortlicher: NaturFreunde Berlin, OG Adelante

Der Friedhof der Sozialisten ist eine einmalige geschichtliche Stätte der Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung. Sozialist_innen, Kommunist_innen, Gewerkschafter_innen aber auch Anarchist_innen und Antifaschist_innen liegen gemeinsam auf dem Friedhof begraben.

Oft haben Sie im Leben über unterschiedliche theoretische und strategische Ansätze für die Durchsetzung einer anderen Gesellschaftsordnung gestritten. Auf dem Friedhof der Sozialisten liegen sie vereint.

Der Friedhof ist Anziehungspunkt für viele Linke in Deutschland. Anhand der unterschiedlichen Biographien und theoretischen Ansätze der dort Bestatteten soll die Geschichte der Arbeiter_innenbewegung aufgezeigt werden.

Die Führung durch die Gedenkstätte wird ca. 2 Stunden dauern. Der Referent wird anhand der Grabsteine auf die sehr unterschiedliche theoriegeschichtliche Ausrichtung der auf dem Sozialistenfriedhof bestatteten Sozialistinnen und Sozialisten eingehen.

Führung/Referat: Uwe Hiksch

Ort und Treffpunkt: Gedenkstätte der Sozialisten Friedrichsfelde, Friedhofseingang.